Cartagena, 27. Juli

27. Juli 2009

Cartagena. Nach mehr als 5000 km in knapp 4 Wochen am Ziel. Waere ich von Oldenburg aus losgefahren, waere ich jetzt in Dakar. Oder Moskau, hin und zurueck, natuerlich nur ueber Landstrasse.  Und jetzt sitze ich hier und schreibe den letzten Eintrag, denn der Flug geht in vier Stunden und da wird auch dem letzten Optimisten klar, dass die Zeit in Suedamerika, unsere Reise, unser Jahr, um ist. An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschoen an alle, die mitgebastelt, geraeumt, genaeht, organisiert, auf Kinder aufgepasst, Sachen untergestellt, unsere Post und unsern Papierkram (besser als wir das sonst selber machen-danke, Papi) erledigt und uns anderswie unterstuetzt haben. Und Kommentare geschrieben haben. Vielen, vielen Dank. Wie heisst es immer so schoen: Ohne diese Unterstuetzung waere das alles nicht moeglich gewesen. Stimmt.

Wer eine Fernreiseempfehlung braucht: Kolumbien. Dieses Land ist wunderschoen, abwechslungsreich und- sehr suedamerikanisch. Die Gegensaetze zwischen arm und reich habe ich nirgendwo intensiver empfunden, Wolkenkratzer und viele Menschen, die im Muell nach etwas Essbarem suchen. Und Politiker, die zwar die Guerilla bekaempfen, aber nicht den Drogenhandel. Und dazu ueberall Musik.

In Cartagena kann man sich leicht in vergangene Zeiten zurueckversetzt fuehlen, wandert man durch das historische Zentrum mit all den engen Strassen und kolonialen Bauten. Es ist so heiss hier, dass man immer nass ist, meistens vom Schweiss, der in Baechen den Koerper hinabrinnt, manchmal auch von einer Dusche und manchmal auch vom Regen. Es macht eigentlich keinen Unterschied.

Die ersten Tage habe ich mit Horsti noch auf einem Parkplatz gestanden, danach, als er im Hafen war, in einem Hostal gewohnt, das schoenste, dass mir auf der ganzen Tour untergekommen ist, mit einem grossen Innenhof, in dem Palmen stehen, Haengematten haengen und Liegestuehle sind und ein Pool. Willkommene Abwechselung nach einem Tag im heissen, staubigen Hafen, von dem aus Horst verschifft wurde. Das hat insgesamt gut geklappt, sehr umstaendlich allerdings. Am Samstag wurde die Zollabwicklung des Autos erledigt, was alles in allem nur 6 Stunden gedauert hat, am Sonntag wurde die Drogenkontrolle durchgefuehrt und verladen. Die gefuerchtete Drogenkontrolle (in Berichten war zu lesen, dass das Auto komplett ausgeraeumt und demontiert wurde) bestand in meinem Fall aus zwei netten Polizeijungs, die das Auto zwar gruendlich inspiziert haben, aber mehr aus Interesse am Innenausbau als an moeglicherweise an unzugaenglichen Stellen versteckten Drogen. Dann kam noch ein anderer netter Junge mit dem Drogenhund Max, einem jungen Labrador, der freundlich schwanzwedelnd vor meinem Wurstbrot wartete und viel lieber mit den Kindern der anderen Familien gespielt haette.

Gut, das haetten wir dann auch. Es ging nun zum Schiff und da die Heckklappe, ueber die die Autos normalerweise unter Deck gelangen, kaputt ist, mussten die drei Wohnmobile auf sog. Flatracks verladen werden.

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Tolle Wurst. Horsti zwei Wochen an Deck, See und Sonne ausgesetzt. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Irgendwann stand Horsti dann auf seinem Flatrack, irgendwann war er dann verzurrt und am spaeten Nachmittag war es soweit: Angehoben von einem monstroesen Kran der Firma Liebherr, schwebte Horst auf Deck und wurde vorne rechts sanft abgesetzt und hoffentlich auch gut festgemacht.

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Bis zur Abfahrt dauerte es dann immer noch ein Weilchen, aber die wollte ich mir nun doch nicht entgehen lassen und so war der Tag dann rum.

Abends war noch Gelegenheit, Carlos und Samantha wiederzutreffen, ein argentinisches Paar, die mit einem Renault 12 von Ushuaia nach Alaska und zurueck wollen http://conun12poramerica.blogspot.com und die wir aus Salta kannten, ein netter Abschluss des Tages.

Und nun -ab nach Hause! Ciao, asta luego, bis zum naechsten Mal. Que te vaya bien…

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Medellin, 17. Juli

18. Juli 2009

Kolumbien. Endlich. Zweimal stand ich schon vor der Grenze, dann hats geklappt. Nach nur drei Stunden! Dabei war das Problem nicht die Einreise, sondern die Ausreise aus Ecuador. Egal, sollte die letzte Landgrenze sein, auf der Tour. Zehn Tage noch, dann ist auch fuer mich der Aufenthalt auf diesem Kontinent beendet. Ein komisches Gefuehl, aber ich freu mich auf zu Hause… Und so ganz easy beasy ist die Zeit bei dieser Kilometerfresserei auch nicht. In Peru konnte man -immer schoen an der Kueste entlang- ordentlich Meile machen, aber die letzten 1000 Kilometer wollten hart erarbeitet werden, immer schoen die Anden rauf und runter, ewiges Fahren im zweiten Gang, erst rauf, dann runter und dabei irgendwie an den Lkw vorbeikommen, die sich teilweise mit weniger als Schrittgeschwindigkeit die Strasse hinauf oder hinab quaelen.

In Ecuador fuehrte die PanAm zunaechst auch noch an der Kueste entlang, jetzt weiss ich auch, wo die Bananen wachsen. Dann einmal rueber, ueber die Kordillere und ab in den Regenwald, in Misahualli kam ich bei Bernhard, einem deutschen Arzt unter, der hier eine Urwaldlodge, den “Jardin Aleman”, den deutschen Garten, betreibt. Es folgte am naechsten Tag ein Ausflug mit dem Boot auf dem Rio Napo und- am Abend ein Treffen mit einem echtem Medizinmann! Naemlich dem Schamanen Atahuallpa, der gleichzeitig auch Kapitaen des Bootes und Urwaldfuehrer ist und uns so interessante Gewaechse wie Curare und bestimmte Lianen zeigte, aus denen ein Trunk gebraut wird, Ayahuasca, welcher halluzinogen ist und es dem Shamanen ermoeglicht, die Diagnose des Patienten zu erkennen. Atahallpa sagte also, er wuerde am Abend mit zwei Russen die Zeremonie zelebrieren, ich hab dann mal gefragt, ob man da mitmachen kann, ja das ginge. Also abends zu Atahuallpa, am Nachmittag hatten wir noch eine Tierauffangstation besichtigt, www.amazoonico.org, wo auch zwei Touris herumliefen, so richtig zum abgewoehnen, arrogant, geringschaetzend, die freiwillig dort arbeitenden Menschen von oben herab behandelnd.

Ich also abends zu Atahuallpa, die Zeremonie fand im neugebauten Steinhaus auf Plastikstuehlen statt, ich war der Erste! in Suedamerika gehoere ich naemlich zu den ganz Puenktlichen…Naja, und dann kamen die beiden Russen und ich fiel fast vom Plastikstuhl, denn es waren -die beiden Touris vom Nachmittag. OK. Dann gab es dieses Getraenk und verzweifelt wartete ich auf die Wirkung, aber bis auf ein minimal lauteres Zirpen der Grillen war nicht viel passiert. Es folgte eine Geschichte ueber eine Vision von Atahuallpas Vater und dann startete die Zeremonie, zuerst mit dem Russen. Atahuallpa zischte und fauchte und spukte und wedelte mit Blaettern, dass es eine Wonne war und dann war die Zeremonie irgendwann vor!bei und die Russen mussten los. Und siehe da, fuer die “Heilung” waren 30 Dollar faellig. Da waere ich fast zum zweiten Mal vom Plastikstuhl gefallen, ich dachte, es waere eine Einladung… Ich wurde dann gefragt, ob ich bereit sei fuer die Zeremonie, ja sei ich , aber ich haette kein Geld! Es ging dann auch ohne und war wirklich ganz witzig, hab jetzt irre viel Kraft…

Am naechsten Tag sollte es ja eigentlich nach Quito gehen, aber dann war da dieser Wegweiser, der zur aeltesten Erdoelstadt in Ecuador wies, tiefer in den Regenwald hinein. Und da mich der Regenwald nun einmal deutlich mehr fasziniert als eine Stadt auf 3000m Hoehe, folgte ich ihm und fuhr zunaechst nach Coca, dort war es so schoen warm und feucht, sodass das kalte Bier nochmal so gut schmeckte. Es ist uebrigens der Ort, von dem vor langer Zeit die erste Expidition an die Atlantikkueste glueckte; das Gefuehl, Horst hier auf ein Boot laden zu koennen und den Amazonas entlang zu fahren, war schon witzig. Aber stattdessen ging es weiter nach Lago Agrio, besagter Oel-Pionierstadt und auf dem Weg dorthin war zwar nicht mehr viel vom Regenwald zu sehen, dafuer aber umso deutlicher, wie das Oel der Erde abgetrotzt wird, ueberall Pipelines, Pumpstationen, Stichstrassen. Ich hielt es fuer eine gute Idee, in dieser Stadt, quasi an der Quelle, einen Oelwechsel durchfuehren zu lassen, musste dann aber erfahren, dass das Oel keineswegs aus der Erde in Horstis Motor wandert, sondern einen kleinen Umweg ueber die USA macht.

Verlockend war der Gedanke, von Lago Agrio aus einfach ueber die Grenze nach Kolumbien zu fahren, lag sie doch nur 20 Kilometer entfernt und so ganz ebenerdig, sach ich mal. Doch die Kommentare der hierzu befragten Locals waren einstimig und eindeutig: Fahr da rueber und du bist tot.  Schliesslich gibt es sie noch, die kolumbianische Guerilla und im Regenwald, abseits der Hauptverkehrsadern, laesst man sich als Touri besser nicht blicken.

Also folgte die Passerklimmung, hab ich glaube ich schon erwaehnt, dass das kein Spass war und ich wurde auch nicht durch eine entsprechende aussicht belohnt, es war dann naemlich schon dunkel. Gut, ich Kulturbanause hab dann Quito ausgelassen und bin Richtung Grenze, wo ich tags drauf feststellte, dass dort brennende Reifen auf der Grenzbruecke lagen, wegen eines Indigena-Protestes. Also warten, am naechsten Tag war der Weg frei. Mittlerweile drehte sich das Wasser im Spuelbecken auch schon wieder andersrum.

Kolumbien empfing mich dafuer mit ganz neuen Eindruecken, im Vergleich zu den bisher bereisten Laendern wirkt es viel munterer, die Haeuser sind bunt angemalt, es gibt Blumen in Blumentoepfen und es liegt weit weniger Muell herum als ueberall sonst. Und jeder Motorradfahrer traegt nen Helm, es gibt irre viele Rennradfahrer und Jogger und die Menschen sind verdammt freundlich und in Pazifiknaehe ausschliesslich schwarz. Ja, auch hierhin wurden von den Spaniern Sklaven aus Afrika verschleppt, um auf Kaffee- und Zuckerrohrplantagen zu arbeiten. Die PanAm ist hier unvergleichlich schoen, windet sich lange durch den Nebelwald die Kordillere hinauf, fuehrt dabei durch viele kleine Orte, in denen man quasi durchs Wohnzimmer der Leute faehrt. In so einem Ort uebernachtete ich, in benzingeschwaengerter Luft und Laerm, der nie aufhoert…

So fuhr ich tapfer bis Medellin, durch das ebenfalls wunderschoene Valle del Cauca, wo unter subtropischen Bedingungen in 1200m Hoehe der Kaffee waechst, weiss ich jetzt also auch, wo der herkommt.  Unterbrochen wurde die Fahrt nur durch eine Polizeikontrolle, nichts Besonderes, die gibt es hier alle paar Kilometer. Besonders jedoch in der Hinsicht, dass der Beamte, im Gegensatz zu allen seinen Kollegen, die mir seit der Grenze untergekommen waren, nicht nur mal einen Blick ins Auto werfen wollte, um dann freundlichst eine gute Weiterfahrt zu wuenschen, sondern er sich auf unangenehmste Weise breitmachte und alles inspizierte. Schliesslich bemerkte er das Fehlen einer kolumbiansichen Versicherung und drohte nach weiteren endlosen Minuten, das Auto still zu legen. Auch die Geschichte, dass die Police unter den in Peru gestohlenen Papieren war, machte ihn nicht gluecklich. Das vermochte nur der huebsche 20.000 Peso-Schein, zu dessen Weggabe ich mich durchgerungen hatte, als der Bulle nach 40 Minuten das bessere Sitzfleisch bewiesen hatte.

Medellin, ehemals Stadt der Drogenbarone, ist mittlerweile eine moderne Metropole. Beim Einfahren in die Stadt misstraute ich kurz meinen mueden Augen, es fuhr eine Metro! Die erste, die ich  seit einem Jahr sah. Und um die hoehergelegen Stadtteile an das Oeffi-Netz anzubinden, betreibt die Stadt Seilbahnen. In Medellin besuche ich Alexa, eine Deutsche, die hier an der deutschen Schule unterrichtet und eine Streetdance-Schule betreibt. Und dann steht endlich die Karibik auf dem Programm, Cartagena, ich komme!


Zorritos, 6. Juli 2009

6. Juli 2009

Ausgeraubt abgezockt. In der Reihenfolge. Tja, da hatten wir doch bis jetzt eigentlich immer Glueck und kaum ist die Hellimaus weg, passiert mir gleich zweimal sowas. Just an Orten, die als “supersafe” galten. Was bleibt, ist eine Stinkwut und das Beduerfnis, unglaublich laut DeathMetal zu hoeren…

Doch der Reihe nach. Nach der Zitterpartie um die geplante Flughafensperrung in Cusco um Helkes Rueckflugtermin war ich ja erstmal froh, dass sie und die Kids gluecklich im Flieger sassen. Noch gluecklicher, als die Meldung von der heilen Ankunft in Bremen kam. Ich verbrachte die Tage noch in Cusco, auf dem Camping dort war eine Gruppe von 12 Leuten schon eine Weile zusammen, die Stimmung familiaer. Zusammen besuchten wir das Fest Inti Raymi, Wintersonnenwende, alter Inkabrauch, der aber noch mit einem realen Hintergrund vollzogen wird, u.a. war natuerlich die politische Lage in Peru Thema. Danach wurde Horsti zum letzten Mal umgeraeumt und auf sein Dasein als Single-Wohnung eingestellt. Los ging es dann am 25.6., noch einmal nach Urubamba, zu Conni, einer Hamburgerin, die dort einen Camping betreibt und viele Locals kennt. Sie war so nett, mich mit in ein staedtisches Krankenhaus zu nehmen, wo ich eine lange Fuehrung von der diensthabenden Aerztin bekam, das war auesserst beeindruckend, leider sind die Fotos mitsamt der Kamera futsch. Der geliebte Garmin uebrigens auch…

Das Krankenhaus ist baulich in einem grotesken Zustand, Loecher in der Decke, Schimmel an den Waenden, Einrichtungen, die man bei uns nur im Museum sehen kann. Die Docs arbeiten taeglich 8-12 Stunden, nachts wird mehr auf freiwilliger Basis ein Rufdienst organisiert.  Der monatliche Verdienst betraegt in etwa 400 Euro. Roentgen gibts keins, einen OP auch nicht, dazu wird nach Cusco verlegt, ca. eine Stunde Fahrtzeit. Allerdings gibt es in Peru Kliniken jedweder Coleur, wer mehr Geld hat, kann in eines der besseren, privaten Krankenhaeuser gehen.

Ich fuhr dann weiter nach Nasca, wo die gleichnamigen Indianer ihre unvergleichlichen Geoglyphen hinterlassen haben, vgl.

http://de.wikipedia.org/wiki/Nazca-Linien

http://www.uni-heidelberg.de/presse/news07/2703nasc.html

die -fast 2000 Jahre alt- auch ohne Rundflug nur vom Aussichtsturm aus schon sehr beeindruckend waren. Fotos, tja, siehe oben. Danach ging es nach Huacachina, einer kleinen Oase bei Ica, dort nahm ich Kontakt zu einem Hostel auf, das mir empfohlen worden war und in dessen Naehe ich das Auto parkte. Nun nahm die Nacht ihren Lauf, zunaechst an der Bar, spaeter in einer Disco im Ort und als ich dann in der Fruehe wiederkam, stand Horstis Beifahrertuer offen und es war mal wieder alles durchsucht. Computer, Kamera, Gps, Rucksack u.v.m. weg, bloederweise auch mein Pass und mal wieder der Langhaarschneider und der Akkuschrauber, ich weiss nicht, warum die Diebe darauf so abfahren, war ja auf der Faehre genauso. Und das Autoradio haben sie auch wieder nicht geklaut.

Der Besuch bei der Polizei mit dickem Kopf war dann ein Kapitel fuer sich und hat auch einen halben Tag gedauert, zuerst wird alles schoen von Hand aufgeschrieben, dann mit dem Oberwachtel zur groesseren Stadt gefahren, dort muss er im Polizeirevier unter den vielen anwesenden Beamten einen davon ueberzeugen, den Schrieb abzutippen, was widerwillig und langsam geschieht und dann wird das Ganze gedruckt. Zuerst traute ich meinen Augen nicht, als der Polizist zwei Blaetter mit Durchschlagpapier in den Drucker legte, aber dann war mir schnell klar, dass die Idee nicht dumm ist, schliesslich dauert so ein Ausdruck mit dem nicht mehr ganz frischen Nadeldrucker so gefuehlte fuenf Minuten.

Ich also nach Lima, die Stadt ist recht haesslich, die meisten fahren grad dran vorbei. Ich musste ja nun zur Botschaft und um in dem Verkehr zu bestehen, habe ich laut Beastie boys gehoert, das verleiht einem ein gewisses Mass an Aggressivitaet, sonst kommt man da niemals irgendwo an. Die deutsche Botschaft laesst sich ihren Service dann auch satt bezahlen, vorlaeufiger Pass 70 Euro. Die wollen ja auch leben…

Froh, dann Lima mit seinem in den Wintermonaten staendig bedeckten Himmel entfliehen zu koennen, dueste ich die PanAm hoch, bis nach Trujillo, hier gibt es eindrucksvolle Ueberreste der Chimu-Kultur zu bewundern, Pyramiden und Palaeste aus Lehmziegeln, ca. 1000 jahre alt. (2. Bild)

Pazifik, wie man ihn sich wuenscht

Pazifik, wie man ihn sich wuenscht

Von dort fuhr ich Huanchaco an, kleines Badeoertchen vor den Toren Trujillos, traumhafte Welle, aber immer noch bedeckter Himmel (Foto3) und der Pazifik  zu kalt zum Baden um diese Jahreszeit. Abends bin ich in die Stadt, wollte mir noch mal die Kolonialbauten anschauen, komme aber mit nem Typen ins Gespraech, der ein bisschen Deutsch kann und wohl in einer Band spielt und nebenbei Sprache studiert. Sein Kumpel ist auch mit von der Partie und wir gehen was Essen, anschliessend was trinken. Im Nachhinein ist alles so klar. Sie haben als Naechstes Auftritte in Ecuador, dort bezahlt man in Dollar, kriegen sie aber nicht am Automaten und die Wechselstube hat -ach wie dumm- schon zu. Ob ich nicht mit meiner Karte Dollar abheben koennte und sie bezahlen in Soles. Hab ich erst nicht gewollt, zumal ich die Karte aus Sicherheitsgruenden nicht dabei hatte. Irgendwann wars dann aber doch soweit. Au mann, darf man eigentlich niemand erzaehlen, vor allem nicht, dass ich dann auch noch meine Karte im Automaten vergessen habe. Das Geld, was ich bekommen hatte, war falsch, wie sich die geneigte Leserin/ der geneigte Leser sicherlich schon gedacht hat. Hab ich dann spaeter auch erfahren, als sich der Barmann ueber den falschen Hunderter kaputtlachte. Der naechste Tag war nicht schoen. Ich musste ja noch mal in die verfluchte Stadt, um bei der Bank zu erfahren, dass man gar nichts bezueglich der Karte machen koenne, die Automaten werden von einer Drittfirma verwaltet. Und die ganze Zeit diese Mordgelueste.  Ich nutzte den Tag dann noch, um meinen Kilometerrekord zu brechen und das Hoerbuch von Hape Kerkeling “Ich bin dann mal weg”, was ich an dieser Stelle jedem innig ans Herz legen moechte, half, die Stimmung zu normalisieren.

Chan-Chan, ehemals groesste Stadt Suedamerikas

Chan-Chan, ehemals groesste Stadt Suedamerikas

Am Ende des langen Tages schlug ich dann hier,  im Hostal Casa Grillo (www.casagrillo.net) auf und dann war auf einmal alles so, wie man es sich immer wuenscht: Angenehme Temperatur, endlich auch mal nachts warm, keine Muecken, ganz tolles Hostal mit super Leuten und Campen direkt am Strand. Dazu ein angenehm warmer Pazifik. (Erstes Bild)

Und hier bin ich jetzt. Morgen gehts nach Ecuador, hoffentlich gibts keine Probleme wegen des Pass…

Pazifik, gewoehnungsbeduerftig

Pazifik, gewoehnungsbeduerftig


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