Cartagena, 27. Juli

Cartagena. Nach mehr als 5000 km in knapp 4 Wochen am Ziel. Waere ich von Oldenburg aus losgefahren, waere ich jetzt in Dakar. Oder Moskau, hin und zurueck, natuerlich nur ueber Landstrasse.  Und jetzt sitze ich hier und schreibe den letzten Eintrag, denn der Flug geht in vier Stunden und da wird auch dem letzten Optimisten klar, dass die Zeit in Suedamerika, unsere Reise, unser Jahr, um ist. An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschoen an alle, die mitgebastelt, geraeumt, genaeht, organisiert, auf Kinder aufgepasst, Sachen untergestellt, unsere Post und unsern Papierkram (besser als wir das sonst selber machen-danke, Papi) erledigt und uns anderswie unterstuetzt haben. Und Kommentare geschrieben haben. Vielen, vielen Dank. Wie heisst es immer so schoen: Ohne diese Unterstuetzung waere das alles nicht moeglich gewesen. Stimmt.

Wer eine Fernreiseempfehlung braucht: Kolumbien. Dieses Land ist wunderschoen, abwechslungsreich und- sehr suedamerikanisch. Die Gegensaetze zwischen arm und reich habe ich nirgendwo intensiver empfunden, Wolkenkratzer und viele Menschen, die im Muell nach etwas Essbarem suchen. Und Politiker, die zwar die Guerilla bekaempfen, aber nicht den Drogenhandel. Und dazu ueberall Musik.

In Cartagena kann man sich leicht in vergangene Zeiten zurueckversetzt fuehlen, wandert man durch das historische Zentrum mit all den engen Strassen und kolonialen Bauten. Es ist so heiss hier, dass man immer nass ist, meistens vom Schweiss, der in Baechen den Koerper hinabrinnt, manchmal auch von einer Dusche und manchmal auch vom Regen. Es macht eigentlich keinen Unterschied.

Die ersten Tage habe ich mit Horsti noch auf einem Parkplatz gestanden, danach, als er im Hafen war, in einem Hostal gewohnt, das schoenste, dass mir auf der ganzen Tour untergekommen ist, mit einem grossen Innenhof, in dem Palmen stehen, Haengematten haengen und Liegestuehle sind und ein Pool. Willkommene Abwechselung nach einem Tag im heissen, staubigen Hafen, von dem aus Horst verschifft wurde. Das hat insgesamt gut geklappt, sehr umstaendlich allerdings. Am Samstag wurde die Zollabwicklung des Autos erledigt, was alles in allem nur 6 Stunden gedauert hat, am Sonntag wurde die Drogenkontrolle durchgefuehrt und verladen. Die gefuerchtete Drogenkontrolle (in Berichten war zu lesen, dass das Auto komplett ausgeraeumt und demontiert wurde) bestand in meinem Fall aus zwei netten Polizeijungs, die das Auto zwar gruendlich inspiziert haben, aber mehr aus Interesse am Innenausbau als an moeglicherweise an unzugaenglichen Stellen versteckten Drogen. Dann kam noch ein anderer netter Junge mit dem Drogenhund Max, einem jungen Labrador, der freundlich schwanzwedelnd vor meinem Wurstbrot wartete und viel lieber mit den Kindern der anderen Familien gespielt haette.

Gut, das haetten wir dann auch. Es ging nun zum Schiff und da die Heckklappe, ueber die die Autos normalerweise unter Deck gelangen, kaputt ist, mussten die drei Wohnmobile auf sog. Flatracks verladen werden.

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Tolle Wurst. Horsti zwei Wochen an Deck, See und Sonne ausgesetzt. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Irgendwann stand Horsti dann auf seinem Flatrack, irgendwann war er dann verzurrt und am spaeten Nachmittag war es soweit: Angehoben von einem monstroesen Kran der Firma Liebherr, schwebte Horst auf Deck und wurde vorne rechts sanft abgesetzt und hoffentlich auch gut festgemacht.

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Bis zur Abfahrt dauerte es dann immer noch ein Weilchen, aber die wollte ich mir nun doch nicht entgehen lassen und so war der Tag dann rum.

Abends war noch Gelegenheit, Carlos und Samantha wiederzutreffen, ein argentinisches Paar, die mit einem Renault 12 von Ushuaia nach Alaska und zurueck wollen http://conun12poramerica.blogspot.com und die wir aus Salta kannten, ein netter Abschluss des Tages.

Und nun -ab nach Hause! Ciao, asta luego, bis zum naechsten Mal. Que te vaya bien…

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4 Responses to Cartagena, 27. Juli

  1. Brit sagt:

    Auch für mich geht eine Reise zu Ende,wenn auch nur aus der Ferne mitgelebt.Es wird mir fehlen das Stöbern in den neuesten Berichten,das Bestaunen der (künstlerisch wertvollen) Photos….
    Natürlich ist es aber auch toll, das Ihr nun wieder da seid…

    Ein Hoch auf Euren Wagemut und die Entdeckerfreude und das Gefühl das man auch mit Gelassenheit viel schaffen kann.

    Komentarschreiberin Brit Bartuschka

  2. Jule sagt:

    Ich schliesse mich Brit an! Vielen Dank fürs „Mitreisendürfen“! habe jetzt wirklich ein anders Gefühl zu Südamerika als vor Eurer Reise. Bald sind dann also wieder alle daheim und können uns auch endlich mal wieder drücken! So!

  3. Jule sagt:

    Ps.: hattest Du Zeit Horsti noch schnell mit wasserfestem Lichtschutz einzucremen?

  4. Renate sagt:

    Da kann auch ich mich schnell mal noch anschließen! Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, Euch über diesen Blog begleiten zu dürfen, feine Sache 🙂 Und bei jedem Lesen macht es immer mehr Lust, diesen Teil der Welt auch irgendwann kennen zu lernen!! Es ist für Euch vier eine unglaublich tolle, interessante und neue Zeit gewesen,oder? einfach genial, denke ich…Und Hut ab vor Horsti, reife Leistung!! Du, Horst, viel Spaß noch einmal auf hoher See!Erhol‘ Dich schön! 😉
    Jülsch, trotzdem herzlich willkommen in Alemania!!

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